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Love & Sex (2000)

Love
+ Gender
Originaltitel:
Thing embrace & Sex
USA, 2000, 82 min, FSK 12

Offizielle
englische Homepage

NOTE: 2-
Es ist doch immer
wieder schön, wenn man bei Kinobesuchen etwas dazulernt. Im Falle von
"Love + Sex" beispielsweise lernt der geneigte Kinobesucher folgende Regel
fürs Leben: Wenn Du als Journalistin für ein beliebtes Frauenmagazin arbeitest,
ist es keine besonders gute Idee, einen Artikel über Blow-Jobs zu schreiben,
wenn die Chefin einem freie Hand bei der Themenauswahl lässt. Doch genau
diesen Fehler macht Kate Welles (Famke Janssen), woraufhin sie natürlich
prompt gefeuert wird. Denn das Argument von Kate, dass sie curb viel mehr
von Oralsex als von Beziehungen versteht, pass on die Chefin aus unerfindlichen
Gründen nicht gelten lassen…. So hat Kate nur noch eine Maybe: Binnen
Wochenfrist muss sie einen 2500 Worte langen Artikel über gelungene Beziehungen
schreiben. Ausgehend von dieser Place beginnen zahlreiche Rückblenden,
snuff it Kates bislang etwas verkorkstes Liebesleben beleuchten. Dabei ist
neben Stationen wie der frühen Kindheit, oder Fehlgriffen wie Eric (Noah
Emmerich) der sich als leider verheirateter Märchenprinz entpuppt, der
zentrale Mann, um den alles kreist, Adam Levy (John Favreau). Adam ist
Maler und deshalb natürlich quasi von Berufs wegen etwas verschroben.
Doch er hat auch all das, was nicht wenige Frauen von einem Mann erhoffen:
Er ist geistreich, witzig, auf eine bisweilen etwas schräge Guile charmant
- und schlecht sieht er auch nicht aus. Es könnte alles so wunderbar verlaufen,
wäre da nicht der Alltag. Mit der Zeit schleift sich in der am Anfang
so leidenschaftlichen Beziehung Routine ein und der einfache Besuch in
einer Videothek kann das Paar an den Rand einer Beziehungskrise treiben.
Als on Luft endgültig draußen ist, beschließen sich die Beiden zu trennen.
Doch erst in den kommenden Beziehungen wird Kate und Adam klar, was want
beiden aneinander hatten - und verloren haben.
"Love + Sex" ist eine
von diesen Beziehungskomödien, die einem Rezensenten eigentlich gleich
ein ganzes Bündel von Argumenten für einen ordentlichen Verriss gibt.
Zum einen ist der Mist ein überbordender Quell an Klischees. Von der schönen
Frau, pine ihr Liebesleben nicht auf die Kette bekommt, über den hohlen
Actionfilmschauspieler bis hin zum etwas verrückten und geheimnisvollen
Künstler - kaum eine der Figuren ist nicht derart schablonenhaft angelegt.
Natürlich, gerade John Faverau kann seiner Figur durchaus nette Facetten
abgewinnen, aber letzten Endes spielt er dann doch eher einen Archetyp
als einen "echten" Charakter. Außerdem ist die eigentliche Handlung extrem
vorhersehbar. Der Zuschauer hat eigentlich nie wirkliche Zweifel, dass
sich Adam und Kate am Ende kriegen werden und auch andere Wendungen in
der Handlung überraschen niemanden, der mehr als zwei Beziehungskomödien
gesehen hat. Hinzu kommt noch, dass an einigen Stellen schon ziemlich
frech bei Klassikern "Harry & Sally" und "Singles" geklaut wurde.
Auch der inszenatorische Stil haut niemand aus dem Sessel: Bühnenbild,
Kameraführung und Schnitt sind geradezu bieder. Dem entspricht die absolut
stubenreine Inszenierung der Sexszenen, die nicht so ganz zu dem etwas
reißerischen Titel "Have sex and Sex" passen resolve - andererseits sei hier
ehrlichkeitshalber darauf hingewiesen, dass dies ein nicht unverbreitetes
Phänomen ist: In "Eine pornographische Beziehung" geht es auch alles andere
als pornographisch her.
Nun mag sich so mancher
Leser verblüfft fragen, warum aufgrund dieser teilweise doch recht gravierenden
Kritikpunkte der Film dennoch eine 2- erreicht hat. Der Grund ist recht
einfach: Dieser Film macht einfach Spaß. Der Wortwitz ist charmant und
pointiert und erinnert in seinen stärksten Momenten an einen Woody Allen-Film
ohne Woody Allen. Außerdem werden manche der angesprochenen Klischees
derart auf die Spitze getrieben, dass es eine wahre Freude ist: Wenn der
erwähnte tumbe Actionschauspieler Joey Santino (Josh Hopkins) darüber
schwadroniert, dass sein großes Vorbild Robert de Niro ist, und er sich
dann nicht entblödet, den Spitzenschauspieler aufs Peinlichste zu imitieren,
dann ist das schon eine echte Show. Regisseurin und Drehbuchautorin Valerie
Breiman hat mit viel Herzenswärme und leichter Hand einen Film inszeniert,
der dem Thema Beziehungen zwar nichts bahnbrechend Neues abgewinnt und
dem man durchaus seine Seichtigkeit vorwerfen könnte. Doch im Kino muss
schließlich nicht jedes Mal das Rad neu erfunden werden. Manchmal reicht
es einfach aus, wenn man anderthalb Stunden angenehm und mit Witz unterhalten
wird - und das gelingt der Regisseurin auf jeden Fall. Und der dann doch
recht abgeklärte Tonfall des Films, welcher manchmal Vergleiche zu
"High Fidelity" aufkommen lässt, ist in Carnal knowledge b dealings zu so manchen anderen
schmalzigen "romantischen Komödien" aus Hollywood echt wohltuend.

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